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Wenn Frontzähne verschleißen und das Kiefergelenk schmerzt

Wie Einsdental mit Modjaw komplexe Fälle planbarer macht

Manchmal beginnt ein komplexer Behandlungsfall mit einem scheinbar einfachen Wunsch: Die Frontzähne sollen wieder gerade und harmonisch aussehen. Im Fall einer Patientin, die sich mit zunehmender Abnutzung der Frontzähne und stärker werdenden Schmerzen im Bereich der Ohren und Kiefergelenke in der Zahnarztpraxis vorstellt, wird jedoch schnell deutlich: Ästhetik und Funktion lassen sich hier nicht getrennt betrachten. Die Patientin berichtet, dass die Beschwerden in den vergangenen zwei Jahren häufiger geworden sind. Gleichzeitig nutzen sich ihre Frontzähne immer schneller ab. Für die Praxis stellt sich damit eine zentrale Frage: Steckt eine funktionelle Fehlbelastung dahinter? Genau an diesem Punkt beginnt bei Einsdental ein digitaler Analyse- und Planungsprozess, der weit über ein klassisches Vorgehen hinausgeht.

Vom Patientenwunsch zur funktionellen Fragestellung

Der ästhetische Wunsch der Patientin ist klar: Die Front soll wieder harmonisch wirken. Dafür entsteht zunächst ein realistisches Smiledesign auf Basis professioneller Fotos und Intraoralscans. So lässt sich bereits früh zeigen, welches Ergebnis ästhetisch denkbar ist. Doch die Schmerzsymptomatik im Bereich der Kiefergelenke und Ohren verlangt eine tiefere Betrachtung. Denn starker Frontzahnabrieb, Schmerzen beim Kauen, Sprechen oder Schlucken und eine veränderte Bisslage können Hinweise auf eine funktionelle Überlastung sein. Für Zahnärztinnen und Zahnärzte bedeutet das: Die Planung darf nicht nur statisch erfolgen. Entscheidend ist, wie sich Ober- und Unterkiefer zueinander bewegen – und ob die geplante Versorgung später auch in der Funktion Bestand haben kann.

Digitale Ausgangslage: Fotos, Scans und Smiledesign

Zu Beginn werden alle verfügbaren Patientendaten zusammengeführt: Portraitfotos, intraorale Aufnahmen, Situationsscans in IKP sowie bei Bedarf DVT-Daten mit Darstellung der Kiefergelenke. Aus diesen Informationen entsteht ein digitaler Patientenfall, der ästhetische und funktionelle Aspekte miteinander verbindet. Das Smiledesign liefert dabei nicht nur eine schöne Vorschau. Es wird in den CAD-Workflow übernommen und dient als Grundlage für die weitere Modellation. So entsteht eine realistische Visualisierung, die der Patientin verständlich zeigt, was erreichbar ist – und der Praxis eine belastbare Entscheidungsgrundlage gibt.

Warum IKP allein nicht ausreicht

Die maximale Interkuspidation zeigt, wie die Zähne im gewohnten Schlussbiss aufeinandertreffen. Bei funktionell auffälligen Fällen kann diese Position jedoch durch muskuläre Muster, Ausweichbewegungen oder jahrelange Fehlbelastung geprägt sein. Deshalb wird die bestehende Lagebeziehung von Ober- und Unterkiefer entprogrammiert. Im vorliegenden Fall kommt ein Kois Deprogrammer zum Einsatz, um das muskuläre „Gedächtnis“ zu lösen und eine funktionell aussagekräftigere Zentrik zu ermitteln. Anschließend werden die Bewegungen gemessen und von der IKP auf die Adopted Centric Posture übertragen. Die Analyse zeigt eine entscheidende Problematik: Die Patientin schließt auf der Front, während die Seitenzahnbereiche zunächst offen bleiben. Dieses Constricted Chewing Pattern erklärt plausibel, warum die Frontzähne stark abradieren und warum die Kiefergelenksregion belastet sein kann.

Modjaw: Bewegung wird planbar

Mit Modjaw werden reale Unterkieferbewegungen digital aufgezeichnet und in den Planungsprozess integriert. Das Labor arbeitet damit nicht nur mit statischen Modellen, sondern mit patientenspezifischen Bewegungsdaten. Für die zahntechnische Planung ist das ein entscheidender Unterschied. Die geplante Front muss nicht nur gut aussehen, sondern auch genügend Clearance für funktionelle Bewegungen bieten. Ziel ist es, die Patientin aus einem constricted chewing pattern in ein akzeptableres Bewegungsmuster zu führen und die Front so zu gestalten, dass sie nicht erneut als Störfaktor wirkt. Auf Basis der Daten werden KFO-Preview, prothetische Möglichkeiten und okklusale Anpassungen simuliert. Im konkreten Fall zeigt sich: Eine rein kieferorthopädische Bewegung würde voraussichtlich nicht zu einem ästhetisch zufriedenstellenden Ergebnis führen. Deshalb wird zusätzlich eine prothetische Versorgung des Oberkiefers visualisiert. Das ursprüngliche Smiledesign wird entsprechend angepasst.

Simulation schafft Sicherheit für Praxis und Patientin

Der große Vorteil dieses Workflows liegt in der Vorhersagbarkeit. Bevor irreversible Behandlungsschritte erfolgen, können alle relevanten Etappen digital geprüft werden: Smiledesign, KFO-Simulation, prothetische Modellation, okklusale Bewegungen und funktionelle Auswirkungen. Für die Patientin entsteht daraus eine verständliche Vorschau auf das realistisch erreichbare Ergebnis. Für die Praxis entsteht eine fundierte Grundlage für Aufklärung, Therapieentscheidung und interdisziplinäre Abstimmung. Die Planung kann anschließend über eine Münchener Schiene oder in PV-Technik im Mund getestet werden. So wird aus einer digitalen Simulation ein klinisch überprüfbarer Zwischenschritt.

Schöne Frontzähne brauchen eine funktionelle Grundlage

Der Fall zeigt eindrucksvoll, warum moderne Zahntechnik bei komplexen Versorgungen nicht bei der Ästhetik stehen bleiben darf. Wenn Frontzähne stark abradieren und gleichzeitig Beschwerden im Bereich der Kiefergelenke auftreten, braucht es einen Workflow, der Bewegung sichtbar macht.

Mit Smiledesign, Entprogrammierung, Modjaw Funktionsanalyse und digitaler Simulation schafft Einsdental eine Grundlage, auf der Zahnärztinnen und Zahnärzte sicherer planen, besser beraten und anspruchsvolle Fälle nachvollziehbarer umsetzen können.

Sie haben einen Patientenfall, bei dem Ästhetik, Funktion und Kiefergelenk zusammenspielen? Sprechen Sie uns gerne frühzeitig an. Gemeinsam entwickeln wir eine Planung, die nicht nur gut aussieht, sondern auch funktionell Sinn macht. Wir freuen uns auf Ihren Fall.

Ihr Andreas Paulsen

Bild von Andreas Paulsen

Andreas Paulsen

Andreas Paulsen ist geschäftsführender Gesellschafter der einsdental p+k GmbH und Zahntechnik-Enthusiast.

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